Sergio & Thabo

Was ist das Geheimnis hinter dem schmalen Grat zwischen Erfolg und Misserfolg?
Was treibt Menschen dazu, sich selbst zu belügen, sich zu manipulieren und damit den Nährboden für jene Einschränkungen zu schaffen, die letztlich in Unzufriedenheit münden?

Eine Knochenkrebserkrankung brachte mich an den Rand einer Leukämie. Diese Diagnose markierte den Beginn einer Extremerfahrung, die mein Leben vollständig auf den Kopf stellte – und mich zugleich auf den Weg einer tiefen Wertschätzung für das Leben führte. Paradoxerweise bedeutete die Krebsdiagnose für mich auch eine Erlösung von einem langen physischen und psychischen Leidensweg, der bereits in jungen Jahren begonnen hatte.

Bereits im zweiten Jahr meiner Berufslehre sah ich mich scheinbar unüberwindbaren Herausforderungen gegenüber. Während der laufenden Behandlung wurde mir nahegelegt, die Berufslehre abzubrechen, da mir mit fortschreitender Chemotherapie sowohl für den Theorieunterricht als auch für den praktischen Teil zunehmend die Kraft fehlte. Nach der lebenskraftraubenden Chemotherapie und der anschliessenden Bestrahlung begann eine lange Phase der physischen und psychischen Heilung.

Die Muskelfasern meines Beins waren stark beschädigt und hatten sich während der Genesung teilweise verklumpt. Aussagen wie: „Das Knochenbild wird sich nicht mehr vollständig von der Behandlung erholen können. Das Bein wird voraussichtlich nie wieder dieselbe Leistungsfähigkeit wie zuvor erreichen“ begleiteten mich über lange Zeit.

Trotz dieser Prognosen schloss ich während der Chemotherapie meine erste Berufslehre erfolgreich ab und durfte das Eidgenössische Fähigkeitszeugnis entgegennehmen. Entgegen allen Erwartungen begann ich wieder intensiv Sport zu treiben. Die sportliche Herausforderung wurde erneut zu einem festen Bestandteil meines Lebens. Durch Hartnäckigkeit und Konsequenz erreichte ich schliesslich etwas, das mir zuvor abgesprochen worden war: Mein Bein ist heute leistungsfähiger denn je.

Dankbar für diese Erfahrungen habe ich im Laufe der Zeit und durch zahlreiche Erlebnisse gelernt, den Herausforderungen des Lebens aktiv zu begegnen. Entschlossenheit, Willenskraft und eine bewusste, positive Denkweise sind die Werkzeuge, mit denen ich den Dingen auf den Grund gehe und mein Leben selbst in die Hand nehme – frei von Dogmen, Vorurteilen, voreiligen Schlüssen und gut gemeintem, aber nicht immer zielführendem Rat.

Mich beschäftigte die Frage, weshalb manche Menschen Dinge verwirklichen können, wovon andere nur träumen. Die Auseinandersetzung mit Psychologie und Willenskraft wurde dadurch zu einem zentralen Bestandteil meines Weges und zu meinen stetigen Begleitern.

Durch mein Studium am Institut für Angewandte Psychologie (IAP) der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) sowie den Erwerb des CAS „Psychologisches und mentales Training im Leistungssport“ konnte ich diese Werkzeuge gezielt vertiefen und professionalisieren. Weiterbildungen in den Fachbereichen Resilienz (IKAMED) und Konfliktmanagement (IAP) ergänzen mein Profil und ermöglichen es mir, fundierte und praxisnahe Impulse zu vermitteln.

Mein Know-how stelle ich all jenen zur Verfügung, die im Sport, in der Schule, im Beruf oder im Familienleben weiterkommen wollen – und bereit sind, aktiv etwas dafür zu tun.

Besonders am Herzen liegen mir dabei Kinder. Sämtliche erlernten und weiterentwickelten Werkzeuge aus Ausbildung, Studium und Leben bereite ich altersgerecht auf. Seit 2010 ermöglicht mir dies, Kindern spielerisch Wege aufzuzeigen, mit denen sie ihr Selbstvertrauen und ihr Selbstwertgefühl stärken und nachhaltig verankern können. Kinder sind jene kleinen Menschen, die nicht nur besonders schnell lernen, sondern durch Wissen unmittelbar in ihre eigene Selbstwirksamkeit finden.

Eine besondere Rolle nimmt dabei mein Hund Thabo ein. Durch sein ruhiges, offenes Wesen und seine aktive Mitarbeit wirkt er als natürlicher Eisbrecher und schafft Vertrauen – insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Thabo erleichtert den ersten Zugang, baut Berührungsängste ab und öffnet Räume, in denen Begegnung, Lernen und persönliche Entwicklung auf eine natürliche und ungezwungene Weise stattfinden können.